Donnerstag, 23. Februar 2012
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Warum eine Katze nicht hungern darf
(Die Gefahr der hepatischen Lipidose)
 
Es gibt viele Gründe, warum eine Katze aufhört zu fressen. Verschiedene innere Erkrankungen können dafür ursächlich sein, aber auch Schmerzen infolge einer Verletzung, Probleme mit den Zähnen und der Mundschleimhaut und vieles mehr.

Wenn die Katze das Fressen einstellt, dann muss unbedingt sofort abgeklärt werden, warum. In den meisten Fällen ist ein Tierarztbesuch dann unumgänglich.

Denn: Während ein Hund gut auch mal einen Tag oder sogar mehrere Tage unbeschadet ohne Futter auskommen kann, wird eine Nahrungskarenz bei der Katze bereits nach ein paar wenigen Tagen äußerst gefährlich. So geht durch die fehlende Eiweißzufuhr das normale Gleichgewicht im Fettstoffwechsel der Leber verloren, indem die eingelagerten Fette nicht mehr ausgeschieden werden können.
 
Diese Erkrankung nennt sich daher Fettleber- bzw. Fettspeicherkrankheit der Leber (hepatische Lipidose) und trifft am ehesten übergewichtige weibliche Katzen. Aber auch normalgewichtige Katzen, die aus irgendeinem Grund die Nahrungsaufnahme eingestellt haben, können davon betroffen sein. In einer solchen Situation entsteht meistens sofort ein Teufelskreis, da die beginnende Leberverfettung zu weiterer Appetitlosigkeit führt, was wiederum eine Verschlimmerung der Lebererkrankung bewirkt.
 
Symptome der hepatischen Lipidose können Speicheln, Erbrechen und Durchfall sein. In den meisten Fällen wird die Katze apathisch, bewegt sich kaum noch und/oder zieht sich zurück. Auch eine Gelbsucht kann vorkommen. In fortgeschrittenen Fällen kommt es zum Versagen der Leber, die nun ihre Entgiftungsfunktion nicht mehr wahrnehmen kann. Leider können dann auch - infolge nicht ausgeschiedener und im Blutkreislauf verbliebener Stoffwechselprodukte - neurologische Störungen auftreten.

Vielleicht erinnern sich ja noch einige an den Kater Felix, der 5 Wochen nach dem Einsturz des Stadtarchivs in Köln lebend aus den Trümmern geborgen wurde. Er war von 6 auf 2.5 Kg abgemagert und wurde über Wochen mit hochkalorischer Nahrung hochgepäppelt. Er hat überlebt.
 
Viele Katzen aber, die mehrere Tage das Fressen einstellen, haben nicht so viel Glück. Sie sterben entweder oder tragen einen bleibenden Schaden davon.

Die Fettleber oder hepatische Lipidose ist eine sehr schwere Erkrankung. Viele Katzen sterben, wenn nach längerer Nahrungsverweigerung nicht sofort eine Behandlung eingeleitet wird.
 
Die erste wichtige Maßnahme, wenn die Katze nicht frisst, ist  der Versuch der Versorgung mit Futter. Das kann z. B. über eine Spritze (ohne Nadel), die mit püriertem Nassfutter gefüllt ins Mäulchen gegeben wird, geschehen.
 
Wenn eine Katze bereits über einen längeren Zeitraum ohne Futter war und auch weiterhin die Nahrung verweigert oder erbricht, muss schnell gehandelt und die Katze in eine Tierarztpraxis oder -klinik gebracht werden. Als erstes werden in der Regel Dauertropfinfusionen eingeleitet; sobald möglich, werden Nährlösungen verabreicht, entweder mit Hilfe von Tropfinfusionen oder über eine Sonde.

Parallel dazu muss unbedingt die Ursache für die Appetitlosigkeit ergründet werden. Da auch andere Lebererkrankungen mit ähnlichen Symptomen vorliegen und die Ursache für die Nahrungsverweigerung sein können, sind sowohl Blutuntersuchungen als auch ein Ultraschall der Leber und Galle sowie - im Zweifelsfall -  auch eine Leberbiopsie sinnvoll, um die richtige Behandlungsform der zugrunde liegenden Erkrankung durchführen zu können. 
 
Auch wenn andere Erkrankungen, z. B. der Maulhöhle oder der Zähne (oder andere) vorliegen, wird der Tierarzt nach der entsprechenden Diagnostik geeignete Vorbereitungen treffen, damit der Katze dauerhaft wieder auf die Pfoten geholfen werden kann.

Falls Übergewicht die Hauptursache der Lebererkrankung war, sollte besonderes Augenmerk auf die Fütterung gelegt werden. Fertiges kommerzielles "Diätfutter" mit geringem Protein- oder Fetttanteil und erhöhter Kohlehydratzufuhr bringt keine dauerhafte Gewichtskontrolle mit sich, sondern kann zu weiteren Erkrankungen führen. Mehr zur angemessenen und artgerechten Katzen-Fütterung finden sich hier.
 

Anmerkung: Dieser Beitrag - sowie auch andere in diesem Portal - ersetzt keinesfalls den Besuch beim Tierarzt!

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