Donnerstag, 23. Februar 2012
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Katzenimfpungen
 
Impfempfehlungen für Katzen hängen von verschiedenen Faktoren ab, z. B.  davon, ob eine Katze in der Wohnung lebt oder Freigängerin ist, wie alt sie ist und ob sie bestimmte Infektionen schon durchlaufen hat.

Wie bei den Hundeimpfungen, so gilt auch hier, dass nach der Grundimmunisierung ein jährliches Nachimpfen sorgfältig überlegt werden muss. 



Wie bereits im allgemeinen Teil zum Thema Impfen ausgeführt, ist die Schutzdauer der meisten Impfstoffe wesentlich länger als ein Jahr. In den Vereinigten Staaten sind seit längerem Forschungen im Gange, um die Schutzdauer des Tollwut-Impfstoffes zu evaluieren, um - ergebnisbasiert - neue Empfehlungen aussprechen zu können.

Vorausschicken möchte ich, dass kranke Tiere auf keinen Fall geimpft werden dürfen.

In der Folge werden die wichtigsten Impfungen beschrieben.
 
Die Tollwutimpfung
 
Wie bei Hunden auch ist die Tollwutimpfung für Katzen nur nötig, wenn sie auf Reisen ins europäische Ausland (oder in andere Länder) mitgenommen werden sollen, da die europäische Tollwutverordnung derzeit diese Impfung noch vorschreibt.

Mittlerweile legt allerdings die letzte Neufassung der deutschen Tollwutverordnung (2005) für Katzen Impfintervalle von 4 Jahren fest (die auch so in den Impfpass eingetragen werden), so dass dem Tierarzt vor der Impfung unbedingt der Wunsch nach dieser Impf"variante" vorgetragen werden sollte, damit er nicht "versehentlich" den Einjahres-Impfstoff einsetzt.

Deutschland und viele andere europäische Länder gelten mittlerweile als tollwutfrei, so dass freilaufende Katzen nur in den Ländern, die nicht tollwutfrei sind, geimpft werden müssen.

Ein in der Fachwelt diskutiertes Risiko der Tollwutimpfung - besonders für Katzen - ist das sog. Impfsarkom, das aus einer chronischen Entzündung an der Impfstelle entstehen kann.

(Weitere Einzelheiten zur Tollwutimpfung im Abschnitt: Tollwutimpfung für Hunde).
 
Die Impfung gegen die Katzenseuche (Panleukopenie)
 
Die als Katzenseuche bekannte Panleukopenie (Feline Parvovirose) wird durch eine Infektion mit dem Parvovirus ausgelöst. Der Übertragungsweg läuft über den Kot bzw. über andere Körperausscheidungen wie Speichel oder Urin.

Das heißt, dass entweder der direkte körperliche Kontakt mit anderen infizierten Katzen (Tierheime, Mehrkatzenhaushalte), aber auch infizierter Staub oder  infizierte Gegenstände zu einer Ansteckung führen können. Da das Virus sehr widerstandsfähig gegen Umweltfaktoren ist, kann es bis zu über einem Jahr in der Umgebung überdauern und daher ansteckend bleiben.

Symptome sind Erbrechen, hohes Fieber, Appetitlosigkeit, Durchfall und Austrocknung. Labordiagnostisch wird ein starker Mangel an weißen Blutkörperchen festgestellt. Ohne Behandlung führt diese Erkrankung innerhalb von wenigen Stunden oder Tagen zum Tod der Katze.
 
Die Impfung gegen  die Katzenseuche gehört zu den empfohlenen Impfungen von jungen Katzen ab 8 Wochen bis zu 12 Monaten, wobei eine zweimalige Impfung (mit 8 und 12 Wochen) sinnvoll erscheint.

Offenbar bilden Katzen ab einem Jahr eine Immunität aus, die viel besser gegen das Virus schützt als die Impfung. Falls geimpft wurde, sind Wiederholungsimpfungen nach neueren Erkenntnissen nicht mehr nötig, da der
Impfschutz viele Jahre, möglicherweise sogar lebenslänglich vorhält. So wenig wie nötig ist daher auch hier die Devise, zumal auch dieser Impfstoff die Gefahr des Impfsarkoms birgt.
 

 





Die Impfung gegen Leukose (FeLV)

Auch das feline Leukämie-Virus ist für Katzenwelpen äußerst gefährlich. Es wird - ähnlich wie auch das Parvovirus - durch Körperausscheidungen (Speichel, Nasensekret, Kot) übertragen. Katzenbabies können sich bereits im Mutterleib über die Muttermilch anstecken und infiziert auf die Welt kommen.

Erkrankungen, die durch das Virus ausgelöst werden, sind vor allem Krebserkrankungen und eine generelle Abwehrschwäche gegenüber Infektionen.

Je älter und widerstandsfähiger eine Katze ist, umso geringer ist die Ansteckungsgefahr, so dass die Risiken einer späten Impfung gegen mögliche Impfschäden abzuwägen sind. Es empfiehlt sich, vorher möglichst einen Test auf FeLV durchzuführen.

Die Impfempfehlungen sind sehr unterschiedlich. Die "Ständige Impfkommission Praktizierender Tierärzte" rät zu zwei Impfungen ab der achten Lebenswoche und zu alljährlichen Wiederholungen. Andere Fachleute empfehlen, nur junge Katzen unter einem Jahr zu impfen und Freigänger ggfs. alle drei Jahre nachimpfen zu lassen; andere sehen das Risiko für ausgewachsene Tiere als nicht als so erheblich an, so dass nach einer Grundimmunisierung auf  Nachimpfungen ganz verzichtet werden könne.

Die Impfung gegen Katzenschnupfen

Der Katzenschnupfen-Komplex wird durch eine Vielzahl verschiedener Erreger (Herpes- und Calici-Viren, verschiedene Bakterien) ausgelöst, und je nach Erreger können die Symptome des Katzenschnupfens Augen- und Bindehautprobleme, Schnupfen, Maulhöhlen- und Lungenentzündungen sein. Da sich vor allem die Calici-Viren ständig verändern können und auch geimpfte Tiere nicht gegen den Katzenschnupfen gefeit sind, ist diese Impfung mehr als fragwürdig.



Die Impfung gegen die Feline Infektiöse Peritonitis (FIP)

Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine ansteckende Bauchfellentzündung, die ebenfalls durch Viren (hier Corona-Viren) ausgelöst wird. FIP befällt ebenfalls junge Kätzchen unter einem Jahr. Durchfall und Fieber sind die Symptome. In der Regel hat die Infektion für junge Katzen dann keine weiteren Folgen, kann aber in späteren Jahren infolge von mutierten Viren zu einer ernsten Erkrankung führen, die leider am lebenden Tier kaum diagnostiziert werden kann. Einige der Krankheitssymptome sind Appetitlosigkeit, Abmagerung, Wasserbauch.

Da die meisten Katzen bereits als Welpen mit dem Virus in Berührung kommen, machen Impfungen gegen FIP nicht nur keinen Sinn, sondern stehen sogar im Verdacht, die Krankheit erst hervorzurufen bzw. zu beschleunigen.

Weitere Informationen zur Krankheit FIP finden sich hier>>

Allgemeines zu Haustier-Impfungen findet sich hier>>
Alles zu Hundeimpfungen findet sich hier>>

Weiterführende Literatur:

*Ziegler, J. (2011): Hunde würden länger leben, wenn.....
*Peichl, M. (2009): Haustiere impfen mit Verstand
*Dunham, S. et al. (2006): Limited efficacy of an inactivated feline immunodeficiency virus vaccine
*Horzinek, M.C. et al. (2005): Krankheiten der Katze
*Soulebot et al. (1981): Experimental rabies in cats: Immune response and persistance of immunity. The Cornell Veterinarian 1981, 71(1)
*O´Driscoll, C. (2005): Shock to the system

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